C.a.r. Rollenspiel mal anders

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ShiningStar

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C.a.r. Rollenspiel mal anders

from ShiningStar on 05/18/2016 03:54 PM

Hallo zusammen
Vor laaaanger Zeit hatte ich als Spielleiter einmal eine Idee für eine interessante Variante unseres allseits geliebten Hobbys, nämlich dem Rollenspiel.
Diese Idee will ich gerne mit euch teilen, habe aber beim Verfassen dieses Artikels bemerkt das sich einiges nicht so ohne weiteres auf andere Systeme übertragenlassen dürfte oder schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit darstellen könnte. So habe ich deswegen lange gezögert diesen Beitrag aufgrund seiner (wahrscheinlich) geringen Nützlichkeit und nicht vorhandenen Unterhaltungswert zu posten. Aber vielleicht kann ja doch der eine oder die andere ein wenig Nutzen daraus ziehen oder wollte schon immer mal jemand aufgrund einer merkwürdigen Idee ungespitzt in Grund und Boden Tollen (wofür ich aber dankbar währe wenn er/sie dies dann doch nicht in die Tat umsetzt.)

 

DIE GRUNDIDEE UND DEREN UMSETZUNG
Anstelle zu sagen das man heute das Fantasysystem XY spielt und sich dafür einen Elfenmagier baut zäumt man das Pferd von hinten auf und baut sich aus 5 zufällig ausgewürfelten FÄHIGKEITEN/VORTEILEN(Damit meine ich so etwas wie Fliegen, Superstärke, Reichtum, Wunderschön, etc.) einen Charakter.

Danach definiert jeder Spieler den Hintergrund seines Charakters (Fantasy, Steampunk, wie auch immer) sowie dessen Heimatwelt. Ob diese Planetenbeschreibung jetzt nur kurz ist wie „Ein Planet mit vielen Wäldern, kleinen häufig unterbrochenen Meeren auf dem mein Volk wie damals die Indianerstämme leben" oder eine komplette DIN A4 Seite vorne und hinten beschrieben bleibt jedem selbst überlassen.
(Will man es richtig schön Chaotisch nimmt man dafür am besten ein Universales System mit dem sich verschiedene Genres (Fantasy, Sci-Fi,...) darstellen lassen.)

Die Spieler bekommen Charakterpunkte für das was sich in den meisten Systemen Attribute nennt (also Stärke, Geschick, Charisma, etc.) die sie nach ihren Wünschen und Vorstellungen frei verteilen können.

Fertigkeiten (Kurzschwert, Tanzen, Taschendiebstahl, usw.) werden auch mit Charakterpunkten gekauft wobei hier durch den Charakterhintergrund eine Art Fokus gesetzt wird und manche Fertigkeiten rausfliegen aber nicht unmöglich sind.
(SL: „Warum hat dein von dir als DSA-ELF beschriebene Charakter bitte schön die Fertigkeit Laserschwert?"
Spieler: „Vor langer Zeit ist hier ein Jedi abgestürzt dessen Schiff zerstört wurde worauf er auf meinem Planeten festsaß, seitdem wird das Laserschwert als Götterwaffe und Heilige Reliquie in meinem Orden weitervererbt.")

Nachteile geben den Spieler noch den einen oder anderen Charakterpunkt dazu um sich vielleicht ein Vorteil wie z.B. „Gutes Aussehen" noch eine Stufe höher zu kaufen. Man sollte aber darauf achten dass dies von Spielern nicht missbraucht wird.

Jetzt lässt man sich als Spielleiter noch einen Grund einfallen warum diese Charaktere aufeinandertreffen wenn sie doch von unterschiedlichen Welten/Planeten stammen (gefumbeltes Magieritual, gefundenes Stargate sind da die schnellsten aber lange nicht einzigen Varianten), lehnt sich zurück und lässt sich von seinen Spielern unterhalten, da dieser abgesehen von zuweilen verwirrenden Beschreibungen für einzelne Spieler (z.B. Fantasy Elf auf Raumschiff) eigentlich erstmal keine Arbeit hat.

RECHTFERTIGUNG UND GARANTIE
Ja ich weiß, das klingt erstmal total plemm-plemm und nach Powergaming, aber dieses Konzept des Crossovers-at-Random (kurz C.a.r. wie wir es nannten) ist schon in 3 Kampagnen aufgegangen welche ursprünglich nur als oneshots geplant waren, kann euch also Brief und Siegel darauf geben dass es schon 3 mal funktioniert hat.
Powergaming kann es auch sein, aber wenn alle Powergamen und jeder in der Gruppe damit Spaß hat ist es doch nichts Schlimmes oder? Frei nach dem Motto: „Wie kann es böse sein, wenn es sich so gut anfühlt?"(*sich nach der Rollenspielpolizei umschaut)
Gut ich gebe zu das Konzept ist nicht für jeden etwas und wie eingangs schon erwähnt zweifle ich an der Umsetzbarkeit in andere Systeme wie D&D etc. aber mit einem Regelleichten Universalrollenspiel wie z.B. Liquid (frei erhältlich) oder so sollte es schon irgendwie hinhauen.

PRO & KONTRA
Hier mal noch auf die schnelle einige Vor-und Nachteile des Konzepts.

Vorteile

  • Der Spielleiter muss sich nicht selbst so viel aus den Fingern saugen, sondern kann mit dem Arbeiten was sich die Spieler ausgedacht haben.
  • Die Spieler bespaßen sich meistens gegenseitig so muss dieser sich nicht die ganze Zeit den Mund fusselig reden.
  • Man ist nicht an ein Genre gebunden und kann frei nach Belieben hin und her wechseln.
  • Ein Plot kann nicht gesprengt werden weil der eigentlich nur aus einer interessanten Idee entsteht die der SL hatte von er schauen wollte was die Spieler daraus machen.
  • Man kann schamlos aus Rollenspielbüchern Inspiration ziehen die sonst nur im Schrank vor sich hin stauben weil man niemand hat der mitspielen will oder sich der Hintergrund nur in einem winzigen Detail unterscheidet zu anderen bekannteren Systemen.
  • Als Oneshotspiel für spontanes Rollenspiel an Regentagen geeignet. (ACHTUNG: Charakterideen können ausarten und zu Kurzgeschichten führen.)

Nachteile

  • Die Spieler sind zu inaktiv und warten darauf einen Plot von ihrem Spielleiter auf einem Silbertablett serviert zu bekommen.
  • Ein oder zwei Spieler Reißen die Aufmerksamkeit des SL an sich und die restlichen Spieler werden zusehends inaktiver weil sie nicht so recht wissen was sie mit den anderen Spielercharakteren anfangen sollen. (E.T. nach hause!! Wie soll gerade MEIN Charakter helfen können? Der hat leider gerade kein Raumschiff in den Satteltaschen seines Pferdes.)
  • Der Spielleiter lässt sich von der Tatsache verunsichern das er nichts vorbereitet hat.

UND JETZT KOMMST DU
Wahnsinn oder wahnsinnig genial?, Hirnverbrannt oder Ausgekocht?
Poste doch was du darüber denkst. Vielleicht gibt es ja auch noch das eine oder andere das ich vergessen habe (mein Fertigkeitswert in Forumsbeiträgen schreiben ist noch auf Level 0,1) oder ich habe bei meinem Versuch euch an meinen Gedankengängen teilhaben zu lassen einfach nur einen kritischen Fehler gewürfelt und ihr habt nur „Gnampf" verstanden dann versuche ich es nochmal.

Bis dann, euer sich auf Antworten freuender
ShiningStar

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AnRo

37, male

Posts: 6

Re: C.a.r. Rollenspiel mal anders

from AnRo on 06/02/2016 12:26 PM

Hallo leuchtender Stern,

Ich halte die Idee für großartig, aber es gibt mehrere Probleme.

System:
Viele Systeme würden auch etwas kapitulieren, wenn ein futuristischer KampfRoboter pilot auf den Wild West Helden trifft.
Generell ist die Idee gut, aber ich glaube, Du brauchst viele Band-Aids und zugedrückte Augen, damit das funktioniert.
Wir wollen irgendwie Fairness, die logischerweise nicht (immer) gegeben ist. Es wäre vielleicht ratsam mit "lockeren" Spielern zu arbeiten, die spontan einen Wurf auf die Beine stellen, auch wenn die Systeme sehr gebogen werden müssen.

Spieler:
Es hängt sehr stark an den Spielern. Viele sind einfach nicht in der Lage herauszufinden und sich auch wohl zu fühlen, wenn Sie so viel Kontrolle haben. Da braucht man wohl eine gewisse Reife - nicht Alter, nicht Spielerfahrung, sondern eine bestimmte Denkhaltung.

Leiter:
Pure spontane Kreativität sorgt meist dafür, dass keine großartig angelegten Handlungsstränge oder gar Intrigen entstehen. Es wird meist auch ein paar widersprüche geben, wenn man schnell eine Entscheidung trifft, aber vor einer Stunde etwas anderes eigentlch gesagt hatte.

Fazit:
Alles in Allem nicht schlimm, es gab glaube ich auch schon mal ein Rollenspiel, was das versucht hatte. Etwas mit Raumzeit-Agenten, die von verschiedenen Planeten und vielleicht uach Zeiten kamen. Aber da ist mein Horizont auch zu Ende.
Du kannst es mit den richitgen Leuten definitiv versuchen, wird sicher auch lustig aber kann auch vollkommen Scheitern, wenn nur ein Spieler nicht "funktioniert" oder zu große Widersprüche aufkommen, oder keine guten Charakterziele entstehen.

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