Zur Lage der Rollenspielbranche

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Athair

90, Männlich

Beiträge: 442

Zur Lage der Rollenspielbranche

von Athair am 11.10.2017 11:15

Über den deutschsprachigen Raum hat Patric Götz (Chef des Uhrwerk Verlags) im Tanelorn ne Kolumne angefangen.

Was man soweit mal festhalten kann: Amazon IST für Verlage (UND Händler) ein riesen Problem.

Konkret – der Anteil der über Barsortimenter (und das bedeutet wohl zu 90% AMAZON) verkauften Bücher steigt, während der Anteil der Händler abnimmt. Da Barsortimetner neben sehr hohen Rabatten auch eklig lange Zahlungsziele haben, ist das ein Problem.
Tatsächlich verkaufen sich unsere Rollenspielbücher mengenmäßig nicht anders als vor 2-3 Jahren auch (ausser Splittermond – dass steigt eher an ;) ). Aber die Marge wird halt NOCH kleiner...

Verlags-Crowdfundings sind für Händler ein Problem. Dazu hab ich ein bißchen was geschrieben.


Wie seht ihr das: Braucht/wollt ihr amazon unbedingt als Verkäufer von Rollenspielen? Auch dann, wenn es Verlagen und Einzelhändlern massiv schadet (und die Bücher grundsätzlich alle im Buchhandel - oft schneller als bei amazon und ohne Ärger mit der Post - erhältlich sind)? Affilitate-Links sind an der Stelle natürlich auch ein Thema.

Und bei Crowdfundings: Unterstützt ihr Projekte, von großen Verlagen, die weder in Bezug auf das Produkt (große Marke wie World of Darkness oder Pathfinder) noch in Bezug auf ihre Verlagsgröße darauf angewiesen sind Kickstarter & Co zu nutzen?

 

Alternativtext

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.10.2017 11:28.

EinfachNurA

35, Männlich

Beiträge: 998

Re: Zur Lage der Rollenspielbranche

von EinfachNurA am 11.10.2017 12:05

Bei Amazon habe ich auch schon gekauft, wenn es das beim Sphärenmeister nicht gab, viel Zeug gebraucht über Ebay oder entsprechenden Facebookgruppen, einfach weil Geld sparen ein Punkt ist.

Auch Crowdfundings wie von Ulisses habe ich unterstütz, auch wenn es eigetnlich unnötig ist, bei Dingen wie World of Darkness etwa. Ist wohl der "Ich will es - jetzt!"-Reflex. (ich mag eben limitierte/Sonderausgaben)

Mich nervt es tierisch, wenn Dinge schon kurz nach Veröffentlichung nicht mehr verfügbar sind (Ich schaue auf dich, Pegaus), wie Cthulhu- oder Shadowrun-Abenteuer. Dann bietet eben Print on Demand an. Nerf.

Ui:

"Zitat von D.Athair aus dem Tanelorn:

Zitat von: Silent Pat am Gestern um 21:39

"Ich glaube, dass das Nerdpol eine sehr große Quelle wirklich neuer Leute für P&P Rollenspiel ist. Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass dort komplett andere (neue) Leute aktiv sind [...]"

Weiß nicht. Zum einen hat der Nerdpol vor einiger Zeit einen schismatischen Ableger bekommen (das Nerdvana) und zum anderen kenne ich doch etliche der Benutzernamen (aus dem Tanelorn, aus dem RSP-Blogs-Forum oder dem Blutschwerter-Forum). Neue Leute gibts da aber schon auch einige."

Fame!

EinfachNurAs Blog  
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Orakel

34, Männlich

Beiträge: 460

Re: Zur Lage der Rollenspielbranche

von Orakel am 11.10.2017 17:07

Fame!

Naja: Der Nerdpol ist halt in den letzten Jahren aufgefallen. Und der gefüht niedrigere Altersdurchschnitt lässt sich halt auch so nicht Leugnen. Der Kritikpunkt von D.Athair ist halt nur, dass wir alle irgendwann aus den Augen verloren haben, wer wann wie und wo zum ersten Mal als Nickname aufgetaucht ist. (Das Problem, dass man mit steigender Aktivität die jeweiligen Wechselwirkungen übersieht, die sowas auf die einzelnen Communitys haben kann.)

Was man soweit mal festhalten kann: Amazon IST für Verlage (UND Händler) ein riesen Problem.

Das würden heutzutage wohl die wenigsten leugnen. Das Hauptproblem ist aber auch, dass wir uns jetzt am Ende einer Entwicklung befinden, an der die wenigsten noch wirklich etwas reißen könnten. (Ich würde zwar auch lieber das Angebot vor Ort nutzen, aber in den meisten Fällen gibt es den flgs schlicht und ergreifend nicht oder nicht mehr.)
Der Sphaerenmeister ist eine Möglichkeit, aber auch Roland kann nicht immer alles abdecken. (Von daher greift man selbst wenn man den A********-Versand vermeiden will irgendwann aus verzweiflung auf diesen zurück.)

Ich geh dann mal bloggen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.10.2017 17:13.

Frostgeneral

58, Männlich

Beiträge: 131

Re: Zur Lage der Rollenspielbranche

von Frostgeneral am 11.10.2017 17:24

Rollenspiel-Bücher beziehe ich IMMER(!) vom Händler um die Ecke bzw 130 km von mir entfernt.
Ich weigere mich bei amazon zu kaufen und warte lieber etwas länger.


Ich tu das nicht dem Verlag zu Liebe sondern dem Händler zu Liebe.
Das die Crowdfundings die Händler schädigen war mir garnicht bewusst, aber klar... wenn man mal drüber nachdenkt logisch.
Ich hatte nur bisher nicht die Muse über sowas nachzudenken, weil ich von Crowdfunding nichts halte

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DerCrul

33, Männlich

Beiträge: 137

Re: Zur Lage der Rollenspielbranche

von DerCrul am 12.10.2017 01:42

Naja viele der Produkte aus Crowedfundings kommt aber auch in den Regulären Handel. Was natürlich für Ulisses nicht mehr Stimmt da sie ihre Distributionen Eingestellt haben... Schade

Pen und Paper, Brettspiele und PC Rollenspiele

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Athair

90, Männlich

Beiträge: 442

Re: Zur Lage der Rollenspielbranche

von Athair am 12.10.2017 03:19

Naja viele der Produkte aus Crowedfundings kommt aber auch in den Regulären Handel. Was natürlich für Ulisses nicht mehr Stimmt da sie ihre Distributionen Eingestellt haben... Schade

Stimmt. Allerdings kann der Einzelhändler nicht abschätzen, ob das Crowdfunding den Markt gesättigt hat oder nicht.
Das heißt: Genau das Risiko, das der Verlag zu tragen hätte, wird vollständig auf den Einzelhandel übertragen. Der Verlag kann ein CF-Projekt so gestalten, dass er unwahrscheinlich Verluste zu tragen hat, dass er (nach Vergütung der Ressourcen) mindestens auf Null rauskommt, dass er Gewinne macht. Anders gesagt: Der Verlag kann da sehr genau steuern. Der Einzelhändler ist mehr als üblich wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt.

Und was heißt, dass Ulisses Sachen nicht den Handel kommen sollen? Das stimmt doch nicht. Die sind nur nicht mehr selbst Großhändler. In den Handel kommen die Sachen (i.d.R.) aber trotzdem. Ulisses muss nun nur seinerseits Großhändler nutzen.


Trotzdem glaube ich, dass amazon das größere Problem ist. Wenn ich nen Verlag hätte würde ich auf das Modell von Goodman Games umstellen: Es gibt nen Verlags-Shop, der auch 3PP-Kram anbietet und ein paar Sonderposten. Das Demoteam bereist während der "road tour" Läden, es gibt Sonderprodukte, die nur Läden bestellen können (und evtl. Reste gibts im hauseigenen Webshop und/oder auf Conventions. Amazon wird nicht beliefert. Sachen des Verlages gibt es trotzdem auf Amazon. Über Drittanbieter. Sowas kann man auch nach und nach umzustellen versuchen. Über "Exklusivprodukte", die nur für den Webshop und den Einzelhandel erhältlich sind.

Alternativtext

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koali
Administrator

39, Männlich

Beiträge: 2993

Re: Zur Lage der Rollenspielbranche

von koali am 12.10.2017 15:23

Also meine 2 cents. Ich bin in erster Linie Kunde und ich bin geizig und faul. 
Ich denke das trifft vermutlich auf die Mehrzahl aller Kunden zu (sonst wäre da nicht diese Diskussion entstanden denke ich). 
Daher kaufe ich dort wo ich Dinge günstig und möglichst mit wenig Aufwand bekomme. 

Amazon bietet diesen Vorteil. Also nutze ich ihn. 
Der Händler oder Verlag ist mir so doof das klingt scheiß egal!

Das ist der Fakt mit dem sich viele Branchen, nicht nur die Rollenspielszene konfrontiert sieht.
Amazon ist der große Buhmann des Kapitalismus... jaja Böse Böse.

Aber wir alle wollen es in letzter Instanz doch so!
Ich will meine Angebote nicht mühsam in tausenden Onlineshops zusammensuchen sondern zentral bequem bestellen können ... ein Suchfeld für Mikrowelle, Cthulhuregelwerk, Autoreifen und Bügeleisen.
DAS ist mMn der große Vorteil von Amazon.
Da hat auch kein Händler eine Chance gegen.
Es sei denn er bindet Kunde auf der ich nenne sie mal "emotionalen" Ebene.
Kleine Shops müssen immer den Mehrwert bieten vor amazon... und daran scheitern viele!

Der Verlag an sich will auch nicht uns Rollenspielern Gefallen tun oder so... die wollen knallhart Geld verdienen.
Und da sind sie auf die Kooperation mit Amazon wohl angewiesen. Sonst wprden sie das nicht nutzen. 
Wenn sie ihr Geld anderweitig verdienen könnten würden sie es tun.

Den Schwarzen Peter aber an den Kunden rüberzuschieben udn zu sagen hey Kunde kauf mal mehr über deinen Händler XY ist doch Augenwischerei. Und obwohl emotional aufgeladen ist diese Disskussion nicht Zielführen,d a sie immer mit dem Erhobenen Zeigefinger dohend daherkommt. 
Du kaufst dein Regelwerk also da und da... soso... also ist dir die Deutsche Rollenspielszene nichts wert ja... sososo...

Daher ist es nur zu verstöndlich, dass die Verläge reagieren und sich eben andere Mittel und Kanäle suchen um ihr Geld zu machen. Das ist doch völlig legitim und normal, Veränderung ist nicht gleich etwas Schlechtes per se.

So und nun mal weg vom System hin zu mir persönlich.
ich kaufe meine Produkte wenn ich kann bei den Verlägen selbst. Also nicht beim Rolenspielladen XY (hier wo ich wohne gibts auch gar keine) oder der Buchhandlung (da gibts hier auch nix außer wenn ich weiter weg fahre einen Buchgroßhändler bekannten Namens und da sind wir wieder bei ähnlichen Problemen wie bei Amazon). Dabei denk ich mir ja ok... ich will die dirket unterstützen bla blub... denke da haben die dann direkt was von.
Ich bestehe auf schnelle Lieferungen frei Haus! Dafür zahle ich auch gern! Ich hab keinen Bock in meiner Freizeit irgendwo in die Stadt weiter weg zu fahren und dort zu shoppen. Ich kann Einkaufsläden nicht leiden! Egal welche.
Schaue ich mir das Onlienshopangebot der Verläge an wo ich in letzter Zeit bestellt habe (Uliisses udn Feder udn schwert) muss ich sagen, dass die Onlineshoppräsenz unglablich dahingerotzt ist. Keine intuitive Suchmaske, keine leichte Bedienbarkeit. Alles in einem Wust irgendwie auf die Site gepumpt. 
Und da wundern die sich, dass die Leute lieber bei Amazon bestellen? Hmm?
Einige Onlineshops wie der Shärenmeister machen es da besser (wenn auch nicht perfekt) und locken zudem mit einiegn Aktionen oder Rabatten. Doch meist bleibt man doch da auch bei einem Shop wo man weiß man findet immer alles schnell und günstig. Wer macht sich die Mühe unzählige Shops zu durchsuchen, außer denen die das vielleicht egrn machen oder die so exrem geizig sind, dass sie auch bei Centunterschieden einen großen Unterschied machen. Der Shop den die meisten Kennen udn zu dem sie eine Solche Kundenbindung haben war fürher vielleicht der Rollenspielladen um die Ecke... heute ist es eben amazon. Deal with it!

Und da fängt doch schon an. Warum bekomme ich Produkt X da und dort günstger als beim Verlag selbst? Hmm...
Dann sag ich mri als Kunde bevor ich jetzt Stunden auf der Verlagsseite rumsuche... geh ich dahin wo ich weiß, dass ich schnell das finde, was ich suche. Amazon... huch 2 Klicks schon da... fertig. Kunde verloren für den Verlagseigenen Shop... 

Ich hab von dem ganzen Zeuch nur leihenhafte und unvollständiges Wissen. Vielleicht bin ich auch zu doof um die Zusammenhänge zu sehen. 
Aber ich wehre mich dem Kunden den Schwarzen Peter zu geben für Dinge für die er nichts kann. Der Kunde ist König! So funzt die Marktwirtschaft nunmal... und sei es dass man den König nur im Glauben lässt er wäre der König. Hauptsache er fühlt sich so.
Wie man das anstellt das ist nicht Aufgabe des Kunden sondern Aufgabe von Verlag und Handel.









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Antworten Zuletzt bearbeitet am 12.10.2017 15:27.

Cryne
Gelöschter Benutzer

Re: Zur Lage der Rollenspielbranche

von Cryne am 12.10.2017 16:19

Ich denke das trifft vermutlich auf die Mehrzahl aller Kunden zu

Sprich nur für Dich allein Koali.

Ich und ALLE meine Bekannten (und das sind wirklich eine Menge Rollenspieler) kaufen in Läden.

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EinfachNurA

35, Männlich

Beiträge: 998

Re: Zur Lage der Rollenspielbranche

von EinfachNurA am 12.10.2017 17:13

Welchen Läden denn? Gibt doch kaum welche?

In Bielefeld, immerhin 333.090 Einwohner, gab es genau einen Laden der so Nerdzeug hatte, der ist inzwischen pleite, weil der so ungünstig lag, zwar sehr zentral, aber in einer kaum besuchten Einkaufspassage.

Jetzt wohne ich in Berlin, da gibt es natürlich mehr Auswahl, aber auch da muss ich erstmal ewig weit fahren und am besten vorher anrufen, ob es auch da ist, damit ich nicht umsonst fahre. Und überhaupt, es gibt Öffnungszeiten, die skandalöserweise nicht immer gut mit meinen Arbeitszeiten klarkommen.

Gerüchteweise soll es sogar Leute geben, die in Dörfern wohnen und in die nächste Stadt fahren müssen.

Internethändler sind eben einfacher. Klick, bestellt, bischen warten, da. Wenns blöd läuft nochmal zur Post, Paket abholen, was trotzdem weniger Aufwand ist.

Ich kaufe auch bei Verlagen, habe dafür aber den Aufwand mich in zig Onlineshops anmelden zu müssen, die nicht alle praktisch sind, da kann ich Koali voll vestehen.

Läden haben natürlich den großen Vorteil, dass man ersens jemanden etwas Fragen und zweitens man meist in die Bücher gucken oder einfach herumstöbern kann.

Buchläden beschweren sich auch über Amazon. Hmmm. Beim Thalia gewesen, also nicht gerade Lieschen Müllers Buchhandlung und ein paar Bücher zu bestimmten Themen gesucht, meinetwegen in Englisch, weil es da auf Deutsch vermutlich nicht viel gibt. Die Augen der Verkäufer wurden nur groß, und man riet mir, einfach mal Amazon zu probieren. Die haben nicht mal geguckt, ob es etwas dazu gibt.
Themen waren Festungs/-Burgenbau und römische Armee bzw. Belagerungswaffen. Amazon gab mir dann gleich mehrere Vorschläge in Deutsch und Englisch.

Da kann man zumindest vieles bestellen.

EinfachNurAs Blog  
"Ohne A wären wir nicht nur alle aufgeschmissen, das Leben wäre auch weniger schön." - SirPadras

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koali
Administrator

39, Männlich

Beiträge: 2993

Re: Zur Lage der Rollenspielbranche

von koali am 12.10.2017 18:39

Sprich nur für Dich allein Koali.

Das tue ich. Ich sagte ICH denke es ist so. Ich habe keine Untersuchungen dazu angestellt oder sonstiges. Es ist MEIN Eindruck.
Du sagst du und alle die du kennst machen es so. Ich sage: Ich und die Mehrheit, die ich kenne machen es so.

Wir beide haben keine handfesten Zahlen was das angeht und argumentieren von unserem Standpunkt aus.

Und ja es ist so, dass selbst wenn ich bei nem Laden kaufen wollen würde... Hier gibt´s halt noch nichtmal einen. Ich KÖNNTE es gar nicht (wie A schon so treffend erkannt hat).

Aber das ist jede meneh "Hätte-wollste-wennste" Gerede. Der Kern meines Beitrags bestand darin zu sagen, dass der Kunde ansich und das bin nicht nur ich oder du immer das Angebot annimmt, was für ihn am besten ist. Für dich und deine Kumpels mag das der Händler ums Ecke sein. Für andere ist es Amazon... und anscheinend sind es nicht so wenige, denn sonst würden wir hier nicht darüber reden müssen, oder?


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